https://www.jna.uni-kiel.de/index.php/offa/issue/feed Offa 2025-10-07T14:58:47+02:00 Dr. phil. Nils Müller-Scheeßel nils.mueller-scheessel@ufg.uni-kiel.de Open Journal Systems <p>Die <em>Offa</em> trägt den Namen eines vermutlich sagenhaften Königs der Angeln, dessen Reich in Schleswig-Holstein lag und der für seine Tapferkeit und Weisheit gerühmt wurde. Die Beiträge in den ersten Bänden der seit 1936 erscheinenden Offa waren eher auf die regionale Archäologie ausgerichtet, umfassten aber schon immer ein breites chronologisches Spektrum von der Urgeschichte bis in das Mittelalter. Archäologie ist jedoch eine überregionale Wissenschaft, und so legten im Laufe der Zeit zahlreiche Archäolog*innen aus Skandinavien, West-, Mittel- und Osteuropa ihre Forschungsergebnisse in der <em>Offa</em> vor.</p> <p>Heute ist die <em>Offa</em> eine international ausgerichtete, anerkannte Fachzeitschrift. Alle Beiträge werden vor der Veröffentlichung einem Peer-Review-Verfahren unterzogen. Die Artikel werden in deutscher oder englischer Sprache publiziert, jeweils versehen mit einer kurzen Zusammenfassung in beiden Sprachen.</p> https://www.jna.uni-kiel.de/index.php/offa/article/view/1710 Eine neuentdeckte Emaillescheibenfibel des Typs Andone aus der wikingerzeitlichen Siedlung von Norderbrarup, Kr. Schleswig-Flensburg 2024-12-20T15:38:00+01:00 Andreas Selent Selenta@t-online.de <p>Die Grabungen im Ortskern von Norderbrarup, Kr. Schleswig-Flensburg, erbrachten Teile einer wikingerzeitlichen Siedlung mit elf Grubenhäusern und einem Langhaus in nur ca. 22 km Entfernung zum Handelsemporium Haithabu im Land Angeln. Die Siedlung liegt in exponierter Lage und nur unweit der heutigen St. Marien-Kirche aus der Zeit um 1200. Bei den Grubenhäusern handelt es sich in der Regel um Bauten mit zwei Firstpfosten und jeweils einer großen Feuerstelle in einem der Grubenhausviertel. Teilweise konnten Wandgräbchen nachgewiesen werden. Zum Fundmaterial gehören neben wikingerzeitlich einheimischer Keramik auch slawische Keramik, Specksteinund Bernsteinfragmente, Schleifsteine, Eisenmesser, z. T. große Eisennägel und eine Bronzenadel. Hacksilber in Form eines arabischen Dirhamstückes und ein Schwertknauf ergänzen das Fundspektrum. Spinnwirtel und ringförmige Webgewichte belegen die Stoffund Textilherstellung innerhalb der Siedlung. Einen besonderen Fund bildet eine seltene Emaillescheibenfibel vom Typ Andone, die erste ihres Typs in Deutschland. Sie fand sich in der Nähe des Langhauses und wurde von einem Detektorgänger im abgebaggerten Abraum entdeckt. Dieser Fibeltyp mit einer zentralen, stilisierten Vogeldarstellung in Seitenansicht und mit einem Zweig im Schnabel ist sowohl in Großbritannien wie auch in Frankreich und dem Ostalpenraum verbreitet und datiert vor allem in das 10. –11. Jahrhundert n. Chr. Insbesondere in den letzten Jahren kam es zu einigen Neufunden durch Detektorgänger.</p> 2026-01-23T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2026 Andreas Selent https://www.jna.uni-kiel.de/index.php/offa/article/view/1709 Eisenzeitliche stempelverzierte Feuerbockreste und gestempelte Wandverputzstücke von der Insel Fehmarn 2024-12-19T19:49:29+01:00 Andreas Selent Selenta@t-online.de <p>Die bauvorgreifenden Untersuchungen an der 110 kV-Stromtrasse von Lütgenbrode nach Fehmarn erbrachten neue Erkenntnisse für diese reich an archäologischen Funden bekannte Region. So konnten insgesamt 20 neue archäologische Fundplätze unterschiedlichster Qualität erfasst werden. Ein Teil der Fundplätze besteht aus einzelnen Befunden, die oft mangels Fundmaterial nicht datiert werden konnten. Besonders die beiden Fundplätze 11 und 14 deuten mit ihren Grubenkomplexen und reichhaltigen Keramikfunden jedoch auf bisher unbekannte vorrömisch-eisenzeitliche Siedlungen hin. Von Fundplatz 14 stammen stempelverzierte Feuerbock- und Wandverputzreste.</p> 2025-04-08T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2025 Andreas Selent https://www.jna.uni-kiel.de/index.php/offa/article/view/1223 Crescent-shaped Flint Sickles from the Late Neolithic and the Bronze Age in Southern Scandinavia 2023-05-31T13:58:39+02:00 Jens Winther Johannsen jwjo@slks.dk <p>Obwohl halbmondförmige Feuerstein-Sicheln die häufigsten spätneolithischen und frühbronzezeitlichen Feuersteinwerkzeuge in Südskandinavien sind, stellen sie eine wenig erforschte Fundkategorie dar. Auf der Grundlage typologischer, chronologischer, geographischer und funktionaler Analysen wird in der vorliegenden Studie die Rolle von Sicheln in der spätneolithischen und frühbronzezeitlichen Subsistenzwirtschaft diskutiert. Die Sicheln werden in fünf Typen unterteilt, von denen einige eine spezifische geographische Verbreitung haben oder chronologisch signifikant sind. Es wird angenommen, dass die halbmondförmige Sichel im nördlichen Teil Jütlands um den Übergang vom Mittel- zum Spätneolithikum (ca. 2350 v. Chr.) entwickelt wurde und in Südskandinavien und Norddeutschland bis zur Spätbronzezeit IV (ca. 1100–900 v. Chr.) hergestellt und verwendet wurde. Die Analyse der Gebrauchsspuren von 132 Sicheln zeigt, wie sie befestigt waren und dass alle fünf Typen hauptsächlich zum Ernten von Getreide verwendet wurden. Es wird vermutet, dass die Sichel ein neues Erntegerät war, das die Erntemesser ablöste. Im Gegensatz zu den Erntemessern war die Sichel eher zum Hacken als zum Schneiden der Halme gedacht. Der neue Werkzeugtyp wurde wahrscheinlich in einem stark von der Glockenbecherkultur geprägten Umfeld aus dem Bedarf an einem effizienteren Erntegerät heraus entwickelt, möglicherweise in direktem Zusammenhang mit dem zunehmenden Anbau der Spelzweizenarten Emmer und Dinkel. Die große Zahl der Sichelfunde ist ein Anzeichen für eine allgemeine Verschiebung der Subsistenzstrategien vom Mittel- zum Spätneolithikum.</p> 2025-12-09T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2025 Jens Winther Johannsen https://www.jna.uni-kiel.de/index.php/offa/article/view/1765 M. K. H. Eggert, Prähistorische Archäologie: Konzepte – Methoden – Theorien. Narr Francke Attempto Verlag, Tübingen 2024 (5. Auflage). 625 Seiten, 80 Abbildungen. 2025-10-07T14:58:47+02:00 Maria Wunderlich m.wunderlich@ufg.uni-kiel.de 2025-10-07T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2025 Maria Wunderlich