https://www.jna.uni-kiel.de/index.php/offa/issue/feed Offa 2023-07-14T13:09:05+02:00 Dr. phil. Nils Müller-Scheeßel nils.mueller-scheessel@ufg.uni-kiel.de Open Journal Systems <p>Die <em>Offa</em> trägt den Namen eines vermutlich sagenhaften Königs der Angeln, dessen Reich in Schleswig-Holstein lag und der für seine Tapferkeit und Weisheit gerühmt wurde. Die Beiträge in den ersten Bänden der seit 1936 erscheinenden Offa waren eher auf die regionale Archäologie ausgerichtet, umfassten aber schon immer ein breites chronologisches Spektrum von der Urgeschichte bis in das Mittelalter. Archäologie ist jedoch eine überregionale Wissenschaft, und so legten im Laufe der Zeit zahlreiche Archäolog*innen aus Skandinavien, West-, Mittel- und Osteuropa ihre Forschungsergebnisse in der <em>Offa</em> vor.</p> <p>Heute ist die <em>Offa</em> eine international ausgerichtete, anerkannte Fachzeitschrift. Alle Beiträge werden vor der Veröffentlichung einem Peer-Review-Verfahren unterzogen. Die Artikel werden in deutscher oder englischer Sprache publiziert, jeweils versehen mit einer kurzen Zusammenfassung in beiden Sprachen.</p> https://www.jna.uni-kiel.de/index.php/offa/article/view/1029 Ein neuentdecktes Wrack des 17. Jahrhunderts am Stülper Huk/Untertrave 2022-11-14T10:47:01+01:00 Jonas Enzmann jonas.enzmann@gmx.de Fritz Jürgens f.juergens@ufg.uni-kiel.de Feiko Wilkes feiko.wilkes@gmail.com <p>Ein im Sommer 2021 in der Untertrave neuentdecktes Schiffswrack konnte ab Herbst 2021 durch Archäologen und Forschungstaucher der CAU zu Kiel, in Kooperation mit der Hansestadt Lübeck, Bereich Archäologie und Denkmalpflege sowie zahlreichen weiteren Partner*innen untersucht werden. Hierbei zeigte sich, dass es sich um ein gut erhaltenes Wrack eines Frachtschiffes aus dem 17. Jahrhundert handelt, dessen Ladung sich zu einem Großteil noch <em>in situ</em> befindet. Analysen erbrachten, dass diese aus Brandkalk besteht, der vermutlich aus Skandinavien stammt und in Fässern nach Lübeck geliefert werden sollte. Erste archivalische Studien geben weiterhin Hinweise auf den möglichen Untergang des Schiffes. Nicht zuletzt ist das Wrack akut durch Erosion und die Schiffsbohrmuschel <em>(teredo navalis)</em> gefährdet, weshalb Handlungsbedarf besteht.</p> 2023-06-19T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2023 Jonas Enzmann, Fritz Jürgens, Feiko Wilkes https://www.jna.uni-kiel.de/index.php/offa/article/view/1325 Protestforschung in der Archäologie des 20. Jahrhunderts 2023-07-14T13:09:05+02:00 Ulrich Müller umueller@ufg.uni-kiel.de <p>Der Beitrag blickt auf die Möglichkeiten, aber auch Schwierigkeiten der archäologischen Forschung, Protesthandeln und Protestformen insbesondere sozialer Bewegungen sichtbar zu machen. Hierzu werden zunächst Konzepte von Protesthandeln und Protestformen aus der politik- und sozialwissenschaftlichen Forschung mit Blick auf die sozialen Bewegungen vorgestellt. Die sehr heterogenen Ansätze zeigen, dass die Analyse materialisierter Praktiken von Protest eher im Hintergrund steht. Nachfolgend werden vier archäologisch untersuchte Protestorte kurz vorgestellt: das Camp an der Nevada Test Site (NTS), Nevada, USA, der Protest am Luftwaffenstützpunkt von Greenham Common in Berkshire, England, das Endcliffe Protest Camp, Derbyshire, England, und der Protest im Zuge des Straßenbaues bei Twyford Down, Hampshire, England. An diesen Plätzen werden Protestformen auf den Ebenen der internen und externen Kommunikation, der Kooperation und Konfrontation sowie der Performativität und Medialität untersucht. Diese betrifft insbesondere das Raumhandeln der Akteure*innen, aber auch die Frage nach den objektorientierten Zuschreibungsprozessen. Abschließend wird noch kurz ein Blick auf die Erinnerungskultur an Orten des Protestes geworfen. Zusammenfassend wird die Notwendigkeit eines integrativen Ansatzes herausgestellt. Dies schließt die Einbeziehung der vielfältigen historischen Materialien ebenso mit ein wie die Forderung nach umfassenderen archäologischen Grabungen. Ein <em>practice architectures</em>-Ansatz wird darüber hinaus als tragfähig angesehen, um die komplexen und dynamischen Interaktionen von Akteuren*innen und Objekten vor, während und nach einem Protest abzubilden.</p> 2023-09-01T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2023 Ulrich Müller https://www.jna.uni-kiel.de/index.php/offa/article/view/429 Streitäxte, Silexdolche und geradwandige Becher: Lokale und überregionale Zeichenträger zu Beginn des neolithisch–bronzezeitlichen Transformationsprozesses (2500–2250 v. Chr.) 2022-05-11T18:43:58+02:00 Sebastian Schultrich sebastian-schultrich@hotmail.de <p>Im Spätneolithikum des nördlichen Mitteleuropas zeugt das Aufkommen prachtvoller Silexdolche, reichverzierter Glockenbecher und glänzender Metallartefakte von überregionalen Netzwerken, die ein neues qualitatives und quantitatives Ausmaß erreichen. Zudem wird mit diesen Artefakten eine zunehmende Komplexität der Gesellschaftssysteme assoziiert. Allerdings lassen sich bereits im späten Jungneolithikum sowohl eine gesellschaftliche Transformation als auch überregionale Netzwerke erkennen. Die Transformation wird durch die Auffächerung des Bedeutungsinhaltes der lokal verwurzelten, primären Statussymbole Streitäxte und Silexdolche demonstriert. Von der Intensivierung überregionaler Netzwerke zeugen u. a. geradwandige Becher, die in Mitteldeutschland, Böhmen, Teilen Polens und in Jütland früher als Glockenbecher vorkommen. Weiterhin begegnen uns jungneolithische Silexbeile südskandinavischer Typologie auf den Britischen Inseln. Der Austausch zwischen Jütland, den Britischen Inseln und Mitteldeutschland ist in seinen Anfängen also bereits vor der Zirkulation von Bronze zu erkennen. Viele entscheidende Veränderungen fanden während des späten Jungneolithikums statt und ebneten den Weg für die bronzezeitlichen Kulturen.</p> 2023-12-28T00:00:00+01:00 Copyright (c) 2023 Sebastian Schultrich